Transkript
Wie haben Ihnen Frankreich und Österreich geholfen, Grenzen zu überschreiten und was steht als Nächstes an?
Wo fange ich denn da an?Ja, also mit unserer Agentur haben wir die Grenzen Deutschlands auf jeden Fall schon vor vielen, vielen Jahren verlassen und haben international gearbeitet und haben 2019 ein Büro in Frankreich eröffnet, in Paris und in diesem Jahr eins in Wien, in Österreich.
Weitere Expansion ist aktuell aktuell grundsätzlich nicht geplant.
Wir haben an Nordsee, Ostsee und am Schaalsee noch weitere Hideways, sozusagen, an denen wir unsere Energie, unsere Batterien aufladen und Energie tanken. Ja, und insgesamt ist das natürlich total spannend, Einfluss aus anderen Ländern und anderen Märkten zu bekommen.
In Österreich ist es relativ ähnlich wie in Deutschland.
Das bringt schon die sprachliche Nähe mit sich.Frankreich funktioniert grundsätzlich ein bisschen anders.
Der Markt tickt anders in unserem Business auch.Die Sprache ist natürlich grundsätzlich auch anders und ist aber wahnsinnig inspirierend für uns, letztlich in anderen Märkten zu agieren und mit unterschiedlichen Kulturen zusammenzuarbeiten.
Welche Auswirkung hat dabei das lokale Verständnis auf so was wie z.B.
Angebote oder Preise, würdest du sagen?Die Preisgestaltung ist in Österreich relativ ähnlich wie in Deutschland.
Da tut sich nicht so oder da tun sich nicht große Unterschiede auf.
In Frankreich gibt es unterschiedliche Definitionen für Leistung.
Das muss man erst mal verstehen.Wenn in Frankreich von Artdirektion gesprochen wird, dann geht es oftmals um das Kuratieren von Bildern und weniger um Kommunikationsdesign, was wir in Deutschland und auch in Österreich unter Artdirektion vielfach verstehen.
Also jemand, der sozusagen die künstlerische Leitung für ein Designprojekt übernimmt, das hat dann in Frankreich immer mit Thema Bild zu tun, in unserem Markt nicht.
Im Hinblick auf Prozesse und Erwartungen, wo siehst du da die kulturellen Unterschiede?
Also grundsätzlich muss man sich natürlich in unserem Business ja immer orientieren an dem, was das Gegenüber möchte.
Und da muss man in Frankreich ein bisschen genauer hinhören, weil es eben unterschiedliche Definitionen von Leistungen gibt, die wir erbringen oder die jemand haben möchte.
Das heißt, das ist für uns sowieso Daily Business, dass wir ganz genau hinhören,herausfinden, was unsere Kund: innen brauchen, den Scope of Work definieren,um daraufhin ein entsprechend gutes Angebot erstellen zu können und so, dass dann im Idealfall ja beide Parteien ganz genau wissen, was zu tun ist.
Du hast in der Vorbereitung auch das Wort „Satellitenstudios“ verwendet.
Möchtest du das vielleicht näher definieren, was damit genau gemeint ist in dem Kontext?
Ja, wir sind natürlich eine Boutique inhabergeführte Agentur mit knapp 25 Personen.
Das heißt, wir haben natürlich keine Holding-Struktur oder sind kein Network und gehen in einen Markt und eröffnen direkt eine Gesellschaft und gründen Büros et cetera, sondern wir haben so kleine Satellitenstudios.
Das ist sehr getrieben von den Menschen, mit denen wir arbeiten, sowohl in Paris als auch in Wien, ist eine kreative Person vor Ort für den Standort verantwortlich, mit der wir schon viele Jahre zusammengearbeitet haben.
Das zeichnet uns so ein bisschen aus.Also die Opportunity, in einen Markt zu gehen, wird oftmals getrieben von einer Person, die in dem Fall von Paris wie Marcel, der sich dazu entschieden hat, dass Paris sein Lebensmittelpunkt werden soll und wir sind dann eben mitgegangen und konnten dann da auch in relativ kurzer Zeit Erfolge feiern, haben einen ganz tollen Kunden gewonnen, den Fußballverein Red Star FC,der sehr gut zu unserem Portfolio passt, weil wir in Hamburg auch für den FC Sankt Pauli arbeiten und diese Vereine sich grundsätzlich sehr nahe sind in ihrer politischen Haltung und ihrer Ausrichtung als Vereine, die Mehrwert stiften, die einen bestimmten Wertekanon vertreten, sich selbst auch eher als Wertegemeinschaft denn als Fußballverein verstehen.
Und in Österreich mit dem Matthias ist das ähnlich.
Der hat jahrelang mit uns in Hamburg gearbeitet, auf vielen großen Projekten gearbeitet und nachdem er Vater geworden ist, hat er entschieden, er geht zurück in seine Heimat nach Wien und wir haben gesagt, wir kommen mit und dann haben wir gemeinsam einen großen Kunden gewonnen, das Volkstheater in Wien und nehmen das sozusagen die Person, den Startkunden zum Anlass, um dann ein Büro dort zu eröffnen.
